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Aus Alt mach Neu: Warum Upcycling wichtig ist und Spass macht

Grundsätzlich werden immer mehr Textilien gekauft, was unsere Umwelt stark belastet. Deswegen ist ein Umdenken dringend nötig. Wenn wir unsere Emissionen im Bereich Mode einsparen wollen, dann gilt: Das grösste Einsparungspotential entsteht durch das „Nicht-Kaufen“. Die Kleider, die wir bereits besitzen, sind am umweltfreundlichsten. Daher ist es wichtig, sie lange in Gebrauch zu halten, beispielsweise auch durch Umwandlung in eine neue Form. Upcycling ist hier eine perfekte Möglichkeit seine alten oder sogar kaputten Kleidungsstücke aufzuwerten. Wir zeigen dir, welchen positiven Einfluss Upcycling auf die Umwelt hat und wie es funktioniert.

Beim Upcycling werden alte Stücke zu Neuen umgeformt. Gerade im Bereich Kleidung lässt sich nahezu jedes Kleidungsstück aufwerten, oder mit etwas Kreativität gar zu einem einzigartigen Stück umwandeln. Das Ganze macht dabei richtig Spass. Dank Upcycling wird nämlich ein Unikat erschaffen, das so niemand besitzt. Und nebenbei wird auch etwas Gutes für die Umwelt getan. Durch die Wiederverwertung werden Ressourcen geschont und Materialien ganz im Sinne der Nachhaltigkeit recycelt statt weggeworfen.

Upcycling leicht gemacht

Zu oft stellt man sich Upcycling von Kleidern sehr schwierig vor. Doch du muss nicht selbst nähen können, um Upcycling Produkte tragen zu können. Alternativ kannst du das Angebot von diversen trendigen Upcycling Brands durchstöbern. Die Taschen und Rucksäcke von Freitag sind aus dem Schweizer Alltag nicht mehr wegzudenken. Freitag näht seine stylischen Produkte aus alten LKW-Planen, somit ist jede Tasche einzigartig. RRREVOLVE hat gemeinsam mit Mini Etiquette unlängst eine eigene Kinderkollektion aus alten Jeans lanciert. Und Rework verwendet tatsächlich ausschliesslich alte Kleidungsstücke. Sie wandeln diese in trendige Hemden, Shirts, Jacken, Taschen, Haargummis und vieles mehr, um. Zu Rework kannst du deine alten Kleider bringen, damit daraus neue Stücke entstehen, die später im Laden angeboten werden. So stellst du sicher, dass deine Kleider im Kreislauf bleiben.


Falls du selbst kreativ werden willst, wirfst du am besten einen Blick in deinen Kleiderschrank und legst alle kaputten und kaum getragenen Kleidungsstücke heraus. Vielleicht hast du dabei schon die eine oder andere Idee, was du anpassen könntest:

Weniger ist mehr: Konsum reduzieren, Upcycling Produkte wählen, Klima schützen

Upcycling macht nicht nur Spass, sondern ist eine klimabewusste Alternative zum Neukauf. Denn es werden bestehende, noch gut zu gebrauchende Rohstoffe wiederverwendet. Die Materialien müssen somit nicht neu produziert werden und bleiben dadurch lange im Kreislauf.
Wichtig dabei ist, dass du nicht zusätzlich ein neues Kleidungsstück kaufst. Oft herrscht die falsche Schlussfolgerung, dass wir dank Upcycling Geld gespart haben. In der Schweiz ist die Tendenz, dass Upcycling oder Secondhand meist zu weiterem Konsum führt. Es findet kein Ersatz, sondern ein Zusatz statt. Sprich wir neigen dazu, statt einem Secondhand- oder ein Upcycling-Produkt zusätzlich noch ein neues Produkt zu kaufen.

Aufwertung unterschiedlicher Materialien – wo wird am meisten eingespart?

Je nach Material fallen unterschiedlich hohe CO2-Emissionen bei der Produktion und Verarbeitung an. Somit sind auch die möglichen Einsparungen dank Upcycling je nach Material unterschiedlich.
Bei allen im Folgenden genannten Angaben handelt es sich um Richtwerte.


Betrachtet man beispielsweise eine Lederjacke sind die Emissionen der Produktion extrem hoch. Umso mehr lohnt es sich daher, eine Secondhand oder Upcycling Variante zu wählen. In Zahlen gesprochen werden bei einer Lederjacke 160 kg CO2 emittiert, bei einer Upcycling Variante nur 1.3 kg CO2. Somit können bei Kauf einer Upcycling Lederjacke 99 %* der Emissionen eingespart werden.
Auch bei einer Seidenbluse werden 99 % der CO2-Emissionen eingespart. Denn bei der neu produzierten Bluse fallen 10 kg CO2 an und bei der Upcycling Variante lediglich 0.05 kg CO2. Beim Upcycling eines Polyester-T-Shirts sind etwas geringere Einsparungen von rund 91 % möglich und bei einem Baumwoll-T-Shirt von rund 78 %.** Diese etwas tieferen Werte lassen sich damit erklären, dass die primäre Produktion von sowohl Baumwolle als auch Polyester weniger Emissionen ausstösst und weniger Material für ein Kleidungsstück verbraucht wird. Bei diesen Materialien besteht aber nach wie vor klares Einsparungspotential, weshalb die Upcycling-Variante auch beim T-Shirt aus Polyester oder Baumwolle sehr sinnvoll ist.

Vergleich von Primärtextilien zu Upcyclingtextilien (Vergleich von einem Kleidungsstück): Emissionswerte der Referenzobjekte T-Shirts (180g), Bluse (120g), Jacke (1’500 g)*
*Die Art und Weise des Upcyclings ist von der Textilart abhängig

Bei all den Werten handelt es sich um Mittelwerte. Aufgrund der Eigenschaften der verschiedenen Materialien kommen auch unterschiedliche Upcycling Möglichkeiten in Frage:

Tipps in Kürze

Damit du dein erstes Upcycling-Projekt starten kannst, haben wir hier die wichtigsten Gedanken nochmals zusammengefasst:

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myclimate ist Partner für wirksamen Klimaschutz – global und lokal. Gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft sowie Privatpersonen will myclimate durch Beratungs- und Bildungsangebote sowie eigene Projekte die Zukunft der Welt gestalten. Dies verfolgt myclimate als gemeinnützige Organisation marktorientiert und kundenfokussiert.

*Nebenbemerkung: Die Berechnungsgrundlagen der Upcycling Methoden beziehen sich auf die industrielle/skalierte Umsetzung von beispielsweise Färbungsprozesse etc., also nicht DIY.
**Daten von myclimate


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