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Fast Furniture – auch Heimtextilien und Möbel landen zu schnell im Abfall

Billig hergestellte Möbel, welche nach kurzer Zeit weggeworfen werden, um dem neusten Design Platz zu machen: das versteht man unter Fast Furniture. Dass dieser Trend immer mehr Menschen anzieht, bestätigen die Zahlen. Die Menge an Möbeln, die in den letzten Jahren in Recyclinghöfen abgeben wurde, ist stark angestiegen. Doch Fast Furniture hat weitreichende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Tipps, wie du diesem Trend entkommst und warum es ein wachsendes Problem ist, findest du in diesem Beitrag.

Fast Fashi… nein, Fast Furniture

Während Fast Fashion bereits vielen ein Begriff ist, ist Fast Furniture eher ein neuer Trend. Das Prinzip ähnelt jedoch jenem von Fast Fashion stark. Wie der Name erahnen lässt, zeichnet sich Fast Furniture durch Schnelllebigkeit aus. Zwei Hauptmerkmale kommen dabei ins Spiel. Zum einen ist dies die billige Herstellung der Möbel. Fast Furniture-Möbel werden oft mit minderwertigen Materialien in Schwellenländern hergestellt, was zu einer schlechten Qualität der Produkte führt. Der zweite Punkt betrifft die kurze Lebensdauer der Möbel. Während die Leute früher Einrichtungsgegenstände für mehrere Jahrzehnte besassen, werden Möbel heutzutage meist nur kurz genutzt. Grosse Anbieter setzen auf sich ständig ändernde Trends, um so die Konsument:innen zu ständigen Neukäufen anzuregen. Bei kleinsten Beschädigungen oder dem Wunsch, dem neusten Trend zu folgen, landen die Möbel bereits auf der nächsten Müllhalde. Dies bestätigt auch ein Blick zu den Recyclinghöfen. Die Menge an Möbeln, die beispielsweise im Recyclinghof Hagenholz in Zürich abgegeben werden, ist seit 2010 um 50 Prozent angestiegen.

Mensch und Umwelt leidet

Doch so verlockend die billigen Preise auch sind – die Herstellung von Fast Furniture hat ihren Preis, nämlich in Form der starken Umweltbelastung und der Gefährdung unserer Gesundheit. Oftmals beinhalten die Möbel aufgrund der billigen Materialien und Produktionsprozesse gesundheitsschädliche Chemikalien. Viele günstige Sofas werden beispielsweise mit Schaumstoff gefüllt, der wegen Brenngefahr mit Flammenschutzmitteln behandelt wurde. Diese Flammenschutzmittel beinhalten gefährliche Stoffe, die noch bis zu fünf Jahre nach Produktion in den Wohnungen freigesetzt werden können. Zudem werden für die Herstellung grosse Mengen an Ressourcen und Energie benötigt, die die Umwelt in den Produktionsländern stark belasten. Um die Preise so niedrig wie möglich zu halten, herrschen ausserdem zu oft schlechte Arbeitsbedingungen in der Herstellung.

Wir leben in einer Wegwerfkultur

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, liegt daran, dass wir in einer Wegwerfkultur leben. Ist ein Produkt leicht beschädigt, wird es weggeschmissen, anstatt es zu reparieren. Gekauft wird ein neues Produkt, das wiederum billig hergestellt wurde und nicht lange hält. Dieses Muster läuft immer so weiter. Und wenn das Produkt doch halten sollte, werden wir spätestens dann davon überzeugt etwas Neues kaufen zu müssen, wenn die Möbelgeschäfte jede Saison ihre neuen Produkte präsentieren.

Ein Umdenken muss stattfinden

Damit sich in Bezug auf den Möbelkonsum etwas ändert, braucht es ein Umdenken bei den Konsument:innen. Möbel müssen wieder als langfristige Investition angeschaut werden, und weniger als kurzlebige Einrichtungsgegenstände, die bei erstbester Möglichkeit wieder ersetzt werden. Dazu gehört auch, dass die Leute bereit sind, mehr Geld für Möbel einzusetzen und nicht das kostengünstigste Produkt kaufen, welches wahrscheinlich nach einem Jahr bereits kaputt ist.

Aber der Fast Furniture Trend hat auch dazu geführt, dass sich Unternehmen der Möbel- und Heimtextilbranche aktiv mit Nachhaltigkeit beschäftigen. So hat sich beispielsweise Balsiger, der im Bereich Heimtextilien tätig ist und verschiedene Produkte für Bad und Schlafzimmer anbietet, Nachhaltigkeit in der ganzen Lieferkette zum Ziel gesetzt. Um dies zu erreichen, haben sie in ihren Hauptbeschaffungsmärkten eigene Qualitätssicherungs-Büros und arbeiten mit langjährigen Partner:innen zusammen. Auch RRREVOLVE, die neben Kleidern auch verschiedenste Wohntextilien und Einrichtungsgegenstände im Angebot haben, möchten aktiv zu einem Wandel im Konsumverhalten beitragen. Sie stehen für reduce, reuse und recycle und führen nur Marken in ihrem Sortiment, welche ihre hohen sozialen und ökologischen Standards erfüllen. Bei Weseta, welche langlebige Frottierprodukte verkaufen, zeigt sich ihr Fokus auf Nachhaltigkeit nicht nur in der sorgfältigen Auswahl der Partner:innen, sondern auch in der nachhaltigen Produktion. Produziert wird in der Schweiz mit Maschinen, welche durch CO2-freie Energie betrieben werden. Ihre Produkte sind nach verschiedenen Standards zertifiziert und somit gesundheitlich unbedenklich und umweltverträglich.

5 Tipps hin zu einem bewussten Möbelkonsum

Damit auch du einen bewussten Beitrag zu einem nachhaltigen Möbelkonsum beitragen kannst, haben wir folgende Tipps für dich.

  1. Bedarf: Überlege dir vor einem Kauf immer, ob du das Möbelstück wirklich benötigst.
  2. Secondhand: Mach dich schlau, ob du das gewünschte Produkt auch online oder offline Secondhand findest und schenke so einem bereits genutzten Stück ein zweites Leben.
  3. Herkunft: Achte beim Kauf von neuen Möbeln auf die Materialien und die Herkunft. Qualitativ hochwertige Möbel halten länger und sind besser für Mensch und Umwelt.
  4. DIY: Werde kreativ und probiere ein DIY-Projekt aus. So kannst du deine Wohnung immer wieder etwas umgestalten, ohne Neues zu kaufen. Im Internet findest du zahlreiche Ideen.
  5. Reparieren: Behalte deine Möbel möglichst lange. Sollte etwas defekt sein, probiere es zuerst zu reparieren, bevor du ein neues Möbelstück kaufst.


Achtest auch du auf langlebige und qualitativ hochwertige Möbel und Einrichtungsgegenstände? Teile uns deine Erfahrungen auf Social Media #reflectyourstyle oder via Mail initiative@sts2030.ch

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